VdA - Verband deutscher
Archivarinnen und Archivare e.V.

Wenn Sie zur Arbeit des Landesvorstandes bzw. des Landesverbandes Anregungen, Kritiken oder Hinweise haben, die auf den Vorstandssitzungen beraten werden sollten, bringen Sie dies an unsere Schriftführerin Silva Teichert in Vorschlag.

Workshop zur kommunalen Entgeltordnung: Bericht online

Der Bericht zum Workshop " Kommunale Entgeltordnung" des VdA-Landesverbands Sachsen ist nun online. Er kann unter dem Menüpunkt "Workshops" eingesehen werden. Die Veranstaltung fand am 25. Oktober 2017 im Stadtarchiv Chemnitz statt. Wir danken Silva Teichert für die ausführliche Zusammenfassung!

Workshop zur kommunalen Entgeltordnung in Chemnitz

Am 25. Oktober 2017 findet in Chemnitz ein Workshop zur kommunalen Entgeltordnung statt. Die Veranstaltung des VdA-Landesverbandes soll dem Informations- und Erfahrungsaustausch zur Umsetzung der neuen Entgeltordnung in Archiven dienen.

Die neue Entgeltordnung zum TVöD der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) ist am 1.1.2017 in Kraft getreten. In Sachsen wirkt sich das vor allem für die Kommunen und die bereits in Kommunen beschäftigten Archivarinnen und Archivare aus. Was muss z. B. bedacht werden, wenn eine Arbeitsplatzbewertung nach der neuen Entgeltordnung durchgeführt werden soll?

Zu beachten ist auch, dass eine bereits bestehende Eingruppierung nur aufgrund eines persönlichen Antrags der/s Beschäftigten geprüft wird. Eine Antragstellung auf Höhergruppierung ist grundsätzlich nur bis zum 31.12.2017 möglich. In diesem Zusammenhang weisen wir auch auf die „Beispielkataloge Archivarische Fachaufgaben“ des VdA-Unterarbeitskreis „Archivarische Fachaufgaben“ hin.

Die Teilnahmemöglichkeit ist auf VdA-Mitglieder beschränkt; eine Einzelfallberatung findet nicht statt. Weitere Informationen werden wir Anfang September hier veröffentlichen.

Tagungsbericht zum 22. Sächsischen Archivtag 2017 in Dresden

von Dr. Thekla Kluttig

Am 4. und 5. Mai 2017 fand in Dresden der 22. Sächsische Archivtag unter dem Titel Archive im Umbruch statt. Erstmalig veranstaltete der Landesverband Sachsen im VdA den Sächsischen Archivtag in der Landeshauptstadt - und auch angesichts dieses Tagungsortes hatte der Vorstand ein archivpolitisches Rahmenthema gewählt. Im Umbruch sind Arbeit und Umfeld der Archive vor allem durch die Digitalisierung. Archivarinnen und Archivare wirken an diesen Veränderungen mit, werden aber auch von ihnen getrieben.

Sind die sächsischen Archive mit Blick auf die Digitalisierung fachlich gerüstet und personell wie finanziell angemessen ausgestattet? Diese und weitere Fragen sollten auf der Fachtagung diskutiert werden, die vom Landesverband gemeinsam mit dem Sächsischen Staatsarchiv und der Außenstelle Dresden des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR ausgerichtet wurde. Tagungsort war die Gedenkstätte Bautzner Straße, ein geschichtsträchtiger Ort, der der Tagung einen angemessenen Rahmen gab. Mit 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und 15 Messeständen bei der Archivmesse war der Archivtag wieder sehr gut besucht.

Ziel der Veranstalter war es, öffentliche Aufmerksamkeit für die sächsischen Archive zu generieren und die sächsischen Archivarinnen und Archivare zu ermutigen, selbstbewusst für ihre Sache einzutreten und damit auch wichtige Funktionen im Bereich der kulturellen und historischen Bildung wahrzunehmen. Sechs "Bausteine" sollten dazu beitragen: 1. eine Online-Umfrage zur Situation der Archive in Sachsen, die in Vorbereitung des Archivtags bereits im Januar/Februar 2017 durchgeführt wurde, 2. eine prominent und fachkundig besetzte Podiumsdiskussion zum Start des Fachprogramms, 3. ein Tagungsblog, der den Archivtag mit zahlreichen Beiträgen begleitete, 4. ein Pressegespräch, das zusammen mit weiteren Kontakten zu einiger Presseresonanz führte, 5. ein facettenreiches Fachprogramm, das auch auf jüngste Entwicklungen einging (z. B. bei Rechtsfragen und Normen) sowie 6. ein Rahmenprogramm, das durch zahlreiche Führungen in Dresdner Archiven die Möglichkeit zu angeregtem fachlichen Austausch bot.

Eröffnung des Archivtags im vormaligen Festsaal der Staatssicherheit, Bezirksverwaltung Dresden. Foto: BStU Außenstelle Dresden

Da im online einzusehenden Tagungsblog zum Sächsischen Archivtag sowohl die Podiumsdiskussion wie die Fachbeiträge zusammengefasst referiert werden und auch die Publikation eines Tagungsbandes geplant ist, beschränkt sich der folgende Tagungsbericht auf eine kurze Bilanz aus Sicht des Vorstandes des LV Sachsen im VdA.

Wichtige Akzente setzte die Podiumsdiskussion zum Thema Was sind (uns) Archive wert?, die von Oliver Reinhard, Historiker und Stellvertretender Feuilletonchef der Sächsischen Zeitung sachkundig und engagiert moderiert wurde. Neben Roland Jahn und Andrea Wettmann nahmen Christian Schramm (Präsident des Sächsischen Kultursenats, vormals Oberbürgermeister der Stadt Bautzen), Hanka Kliese (SPD, Mitglied des Sächsischen Landtags) und Aline Fiedler (CDU, Mitglied des Sächsischen Landtags) daran teil. Diskutiert wurde u. a.

· über das Imageproblem von Archiven, dem moderne Online-Angebote entgegengesetzt werden müssen;
· über das oft "bescheidene" Auftreten von Archiven, die daher aufgerufen wurden, ihre Lobbyarbeit gegenüber Politik und Verwaltung auszubauen;
· über den Nutzen und auch die Notwendigkeit von Verbundlösungen, z. B. hinsichtlich der gemeinsamen Nutzung von baulicher und organisatorischer Infrastruktur oder im Bereich der elektronischen Archivierung;
· über die Notwendigkeit lokaler Öffentlichkeitsarbeit, um über die Gewinnung von Bürgern als Unterstützern auch Entscheidungsträger zu erreichen;
· über die notwendigen Abwägungen von Aufwand und Nutzen bei der Digitalisierung von analog vorliegendem Archivgut;
· über die wichtige Funktion, die Archive in der kulturellen Bildungsarbeit und durch archivpädagogische Angebote einnehmen könnten (ein klares Ressourcenproblem);
· über die Notwendigkeit einer Vermittlung von Methoden- und Medienkompetenz, die im Archiv als "Quellenkritik" sehr gut vermittelt werden kann;
· über die Chancen, die die Online-Stellung von Verzeichnungsinformationen und Digitalisaten für eine      "Demokratisierung" der Archivbenutzung bieten;
· über die Gefahr eines "Zwei-Klassen-Archivwesens", in dem kleinere, nicht so leistungsfähige Archive von der Entwicklung abgehängt werden sowie
· über Möglichkeiten und Grenzen des Sächsischen Staatsarchivs, seine Beratungsfunktion gegenüber den nicht-staatlichen Archiven wahrzunehmen.

Abschließend plädierten die beiden Landtagsabgeordneten dafür, dass die Archive über die Nutzung der digitalen Möglichkeiten und den Ausbau der Nutzung als "außerschulischer Lernort" sichtbarer und stärker Teil des demokratischen Prozesses werden: "Die Vergangenheit ist ein Zukunftsthema!" (Kliese).

Dass hier noch viel zu tun ist, zeigte die Auswertung der erwähnten Umfrage zur Situation der Archive in Sachsen . Der Vorstand des Landesverbandes Sachsen hatte 118 Archive angeschrieben, 80 Archive und damit 68% beteiligten sich. Zahlreiche inhaltliche Aspekte können im Tagungsblog nachgelesen werden; wie aber fällt die Bilanz insgesamt aus? In den sächsischen Archiven gibt es viele motivierte Archivarinnen und Archivare, die sich jeden Tag ihren Aufgaben stellen und tun, was sie können. Aber: geprägt wird die Situation vielerorts durch Mangel an Personal, Mangel an Platz, Mangel an Unterstützung. Eine Analyse der Ursachen kann nur für den konkreten Einzelfall präzise erfolgen (und nicht vom VdA-Landesverband geleistet werden); deutlich wurde durch die Umfrage aber, dass ein strategisches Herangehen von zentraler Bedeutung ist. Dafür sind die Worte von Gerd Schneider in seinem 2004 im "Archivar" erschienenen Beitrag "Archivare aufgewacht! Anmerkungen eines Externen zur gegenwärtigen Situation im deutschen Archivwesen" noch immer zutreffend: Die "konsequente Verbindung aller archivfachlichen Fragestellungen mit betriebswirtschaftlichen Sichtweisen und Lösungsansätzen [ist] unabdingbar. Erst wenn es Ihnen gelingt, Ihre Probleme fachlich und betriebswirtschaftlich aufzuarbeiten, sie in die Sprache der Politik und der Finanzressorts zu übersetzen, selbst in betriebswirtschaftlichen Kategorien zu denken und Lösungen zu erarbeiten, wird es möglich sein, Ihre gravierenden Probleme gemeinsam mit Ihren Trägern zu lösen."

Zu den einzelnen Fachvorträgen sei ebenfalls auf die Berichterstattung im Tagungsblog verwiesen, hier daher nur in Kürze: Der Vortrag von Swen Steinberg (TU Dresden) "Wissen - Erinnerung - Archiv. Überlegungen zu einer Verhältnisbestimmung" musste kurzfristig entfallen, wird aber im Tagungsband enthalten sein. In der Sektion "Rechtsgrundlagen und Normen" sprachen Michael Klein (Sächsisches Staatsarchiv) über "Archivgesetz & Co. - Archivarisches Handeln im Rahmen aktueller Gesetzgebung" und Mario Glauert (Brandenburgisches Landeshauptarchiv) über die "DIN 67700 - Bau von Bibliotheken und Archiven - Anforderungen und Empfehlungen für die Planung". Unter der Rubrik "best practice" berichteten Stefan Gerber (Universitätsarchiv Jena) über "Die Kooperation der Universitäts- und Hochschularchive im mitteldeutschen Universitätsverbund" und Christian Aegerter (Stadt Leipzig) über den "Aufbau eines elektronischen Archives in einer Kommune - Rahmenbedingungen und Herausforderungen".

Einen bemerkenswerten Schlussakzent setzte der Vortrag der Schriftstellerin und Journalistin Annett Gröschner "'Mein grauer Archivkittel'. Gegenwartsliteratur und Archiv", in dem Gröschner Erlebnisse und Stimmungen aus dreißig Jahren Recherche in verschiedenen Archiven lebendig werden ließ. Abschließend dankte Grit Richter-Laugwitz, Vorsitzende des Landesverbands Sachsen im VdA, allen Aktiven für ihre Unterstützung, namentlich auch dem Ortskomitee, ohne dessen Engagement der ehrenamtlich arbeitende Vorstand den Archivtag nicht hätte durchführen können.

Bei seiner konstituierenden Sitzung konnte der auf der Mitgliederversammlung während des Archivtages neu gewählte Vorstand am 22. Mai eine erste Bilanz ziehen. Das Ziel, öffentliche Aufmerksamkeit für die sächsischen Archive zu generieren, ist erreicht worden, wie auch die Presseresonanz zeigt; allerdings gilt es nun, diese Aufmerksamkeit für gezielte Lobbyarbeit zu nutzen. Aus der Umfrage zur Situation der Archive in Sachsen und aus den Ergebnissen einer Online-Umfrage zur Evaluation des Sächsischen Archivtags werden sich weitere Arbeitsschwerpunkte für den Landesverband ergeben.

Online-Umfrage zum 22. Sächsischen Archivtag

Am 4. und 5. Mai 2017 fand der 22. Sächsische Archivtag mit dem Rahmenthema "Archive im Umbruch" in der Gedenkstätte Bautzner Straße in Dresden statt. Der VdA-Landesverband Sachsen ist interessiert an Rückmeldungen und Anregungen für künftige Archivtage und Workshops. Wir haben daher eine Online-Umfrage eingerichtet, die über folgenden Link zu erreichen ist: zur Online-Umfrage

Der Vorstand des Landesverbandes Sachsen freut sich über eine möglichst rege Beteiligung, da er an Ihrer Meinung und an Ihren Wünschen für künftige Aktivitäten interessiert ist. Die Ergebnisse der anonymen Umfrage werden Ende Mai ausgewertet.

Tagungsblog zum 22. Sächsischen Archivtag

Ab sofort gibt es als Unterblog zum VdA-Blog einen Tagungsblog zum Sächsischen Archivtag. Für den Landesverband Sachsen will der Vorstand des Landesverbandes vorbereitend und unmittelbar vom Archivtag berichten und lädt zugleich alle interessierten Archivarinnen und Archivare herzlich zur Diskussion ein. (Gast-)Beiträge von Interessenten sind stets willkommen und können über Mitglieder der Redaktion online gestellt werden.

22. Sächsischer Archivtag: Archive im Umbruch

Termin: 4./5. Mai 2017
Ort: Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden
Veranstalter: Landesverband Sachsen im VdA, Sächsisches Staatsarchiv, BStU, Außenstelle Dresden

„Archive im Umbruch“ lautet der Titel des 22. Sächsischen Archivtages, der vom 4. bis 5. Mai 2017 in Dresden stattfinden wird. Im Umbruch sind Arbeit und Umfeld der Archive vor allem durch die Digitalisierung; gleichzeitig stellt sich die Frage nach dem (Stellen)Wert von Archiven als Hüter und Vermittler authentischer Informationen in einer Gesellschaft, deren Diskurse anscheinend mehr und mehr von schnelllebigen Meinungen und Emotionen als von gründlich recherchierten Fakten geprägt werden.

Hier finden Sie das Programm und weitere Informationen.

Für eine gute FAMI-Ausbildung: Informations- und Erfahrungsaustausch 2016

Bericht: Thekla Kluttig, Leipzig

Nachdem der VdA-Landesverband Sachsen im September 2014 erstmals einen Informations- und Erfahrungsaustausch der FAMI-Ausbilder/innen in der Fachrichtung Archiv im Freistaat Sachsen organisiert hatte, war es wieder soweit: Am 1. Dezember fand das zweite Treffen statt, diesmal mit Unterstützung des Stadtarchivs Leipzig, dessen Räumlichkeiten durch den Landesverband genutzt werden konnten. Zwölf Ausbildungsbetriebe - zwischen Bautzen und Zwickau und über die Landesgrenze hinweg bis Halle - waren vertreten, dazu (teilweise in Personalunion) die drei Ausbildungsberater für die Landesdirektionsbezirke Chemnitz, Dresden und Leipzig sowie die Gutenbergschule (Berufsschule) mit ihrem stellv. Schulleiter und der Fachlehrerin Archiv. Aus terminlichen Gründen war eine Beteiligung der zuständigen Stelle nach dem Berufsbildungsgesetz, der Landesdirektion Sachsen, diesmal leider nicht möglich.

Als Gastgeberin vor Ort wies Dr. Beate Berger, Direktorin des Stadtarchivs Leipzig, in ihren Begrüßungsworten auf die große Bedeutung einer guten Ausbildung des archivarischen Nachwuchses hin - speziell in einer Region, in der in den nächsten Jahren viele Archivarinnen und Archivare altersbedingt aus dem Dienst ausscheiden werden. Dr. Thekla Kluttig begrüßte die Anwesenden namens des Vorstands des Landesverbandes Sachsen im VdA, dankte dem Stadtarchiv für die Unterstützung und unterstrich die Notwendigkeit, intensiv in die Ausbildung zu investieren, solange noch Fachpersonal in den Archiven vorhanden ist, das ausbilden kann.

Nach einer Vorstellungsrunde bot Corinna Sehl, Fachlehrerin an der Berufsschule, einen Überblick über die archivfachlichen Lehrinhalte an der Berufsschule und ihre zeitliche Staffelung in den drei Ausbildungsjahren. Nach einigen Turbulenzen im vergangenen Jahr (nur befristete Besetzung der Fachlehrerstelle, vorübergehende Vakanz, verspätete Einstellung im laufenden Ausbildungsjahr) kommt die archivfachliche Ausbildung nun wieder in geordnete Bahnen. In der sich anschließenden Besprechung wurden verschiedene Themen erörtert, u. a. die Kommunikation zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieben und die Abstimmung zwischen der praktischen Ausbildung im Ausbildungsbetrieb und der theoretischen Ausbildung an der Berufsschule. Angesichts des geringen Stundenumfangs, der für die FR Archiv im ersten und auch noch im zweiten Ausbildungsjahr an der Berufsschule zur Verfügung steht, wurde die Notwendigkeit theoretischer Lehrunterweisungen auch in den Ausbildungsbetrieben festgestellt. Als besonders dringlich wurde die Überarbeitung des nun schon fast zwanzig Jahre alten Rahmenlehrplans genannt. Speziell die Digitalisierung inkl. der Archivierung elektronischer Unterlagen muss angemessen berücksichtigt werden. Planungen zu einer Verbindung von Berufsschulunterricht und praktischen Einblicken (u. a. durch Exkursion in eine anbietungspflichtige Stelle des Stadtarchivs Leipzig) bestehen bereits.

Einen zweiten Schwerpunkt des Treffens bildete der Vortrag von Dr. Peter Hoheisel (Sächsisches Staatsarchiv, Bergarchiv Freiberg; Mitglied im Prüfungsausschuss des Freistaates Sachsen) zum Thema "Die Berufsausbildung zum FAMI im Spiegel der Prüfungsergebnisse". Herr Dr. Hoheisel hatte dazu die Prüfungsergebnisse im Freistaat Sachsen seit dem Abschlussjahrgang 2010 statistisch ausgewertet. Seine These, dass die derzeitigen Regelungen zur Abschlussprüfung in der  Verordnung über die Berufsausbildung die berufspraktischen Fähigkeiten zu gering berücksichtigen, wurde angeregt diskutiert.

Wie bereits 2014 äußerten die TeilnehmerInnen Interesse an einer Wiederholung eines solchen Informations- und Erfahrungsaustausches in etwa zwei Jahren; gerne wieder wie dieses Jahr in zeitlicher Verbindung mit dem Tag der offenen Tür an der Gutenbergschule. Der VdA-Landesverband wird dies auf seine Agenda aufnehmen.

Workshop des Landesverbandes Sachsen im VdA "Fotorecht und Archive"

Bericht über ein Treffen des Landesvorstandes Sachsen im VdA mit ausländischen Archivverbänden

Karel Halla, Kristin Schubert, Stephan Luther, Lucyna Harc, Grit Richter-Laugwitz, David Valušek (v.l.n.r.) auf einem Treffen der Vorstände der Tschechischen Archivarsgesellschaft, des polnischen Archivarsverbandes, Abteilung Breslau und des Landesverbandes Sachsen im Verband deutscher Archivarinnen und Archivare am 23.06.2017 in Dresden.
Foto: David Sommer

Am 23. Juni 2016 trafen sich in Dresden die Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen, Grit Richter-Laugwitz, und zwei weitere Vorstandsmitglieder des Landesverbandes Sachsen, Kristin Schubert und Stephan Luther, mit der Vorsitzenden der Abteilung Breslau im Verband Polnischer Archivare Dr. Lucyna Harc und dem Vorsitzenden der Tschechischen Archivgesellschaft David Valůšek sowie seinem Kollegen Karel Halla.

Ziel des Gesprächs war es den Kontakt zwischen den benachbarten Ländern auf eine neue Basis zu stellen und Möglichkeiten der Intensivierung auszuloten. Der gemeinsame Austausch über die unterschiedlichen Strukturen der Archivlandschaft und -verwaltung birgt Potential für eine weitere konstruktive Zusammenarbeit. Die Kolleginnen und Kollegen aus den grenznahen Regionen signalisierten Ihrerseits ein großes Interesse an einem weiteren Austausch.

Es wurde vereinbart, die bisherige regelmäßige Teilnahme von Vertretern der Vorstände der Archivverbände aller drei Länder an den jeweiligen Archivtagen  beizubehalten. In Sachsen und Tschechien finden die Archivtage aller zwei Jahre statt und in Polen gibt es aller fünf Jahre einen polnischen Archivkongress. Der sächsische Archivtag findet vom 03.-05.05.2017 in Dresden, der tschechische Archivtag vom 25.-27.04.2017 in Reichenberg und der polnische Kongress vom 20.-23.09.2017 in Kielce statt. Gegenseitige Einladungen wurden mündlich bereits ausgesprochen.

Zusätzlich wurde vereinbart, mittels jährlicher Treffen von Vertretern der Vorstände der Fachverbände den Kontakt lebendig zu halten, was dem Informations- und Erfahrungsaustausch dienen und zur Abstimmung organisatorischer Fragen beitragen soll. Eine nächste Zusammenkunft wurde für Ende Mai/ Anfang Juni 2017 in Breslau verabredet.

Zur tieferen Gestaltung der Kontakte wird angestrebt, auf gemeinsamen Workshops Beratungen über archivische Probleme zu führen und dabei genügend Raum für kollegiale Gespräche einzuräumen. Das Kennenlernen anderer Archive über die eigenen Grenzen hinweg soll dabei selbstverständlich wichtige Impulse für die eigene Arbeit geben. Die organisatorische Vorbereitung stellt hinsichtlich der unterschiedlichen Sprachkenntnisse und der zu berücksichtigenden Kosten allerdings einige Herausforderungen an alle beteiligten Partner. Für das Frühjahr 2018 wurde ein möglicher Workshop in Bunzlau/ Polen grob diskutiert.

Insgesamt kann das Treffen als ein Erfolg verbucht werden, der die Zusammenarbeit in den o.g. Zielrichtungen sicherlich intensivieren wird.

Workshop "Bestandserhaltung analoger Fotos" des Landesverbandes Sachsen im VdA

Bericht: Karsten Sichel

Der Landesverband Sachsen im VdA veranstaltete am 13. April 2016 im Archivzentrum Hubertusburg seinen nunmehr 8. Workshop, der das Thema des vorjährigen Sächsischen Archivtages weiter vertiefte. Die Veranstaltung wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Staatsarchiv, Archivzentrum Hubertusburg, vorbereitet und durchgeführt.

Die Zahl von 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestätigte erneut die große Nachfrage und das vom Vorstand des Landesverbandes eingeschlagene Konzept der Workshops als Ergänzung zu den Archivtagen.

Einleitend stellte Regine Bartholdt Geschichte und Techniken analoger Fotografien vor, die zum Verständnis der im Archiv vorhandenen Fotos unverzichtbar sind. Darauf aufbauend erläuterte Ulrike Müller Möglichkeiten zur Identifizierung fotografischer Verfahren. An praktischen Beispielen konnten sich die Teilnehmer selbst an der Identifizierung von Fotoverfahren versuchen, was sich als teilweise sehr schwierig herausstellte. Zum Abschluss gab Barbara Kunze einen Überblick über die Anforderungen an die Lagerung fotografischer Materialien. Sie verwies dabei unter anderem auf die Besonderheit von Fotos, im Gegensatz zu Papier nicht heterogen, sondern aus verschiedenen Materialien zusammengesetzt zu sein, die eigentlich unterschiedliche Lagerungsbedingungen bräuchten. Es wurde deutlich, dass die Anforderungen an die Verpackung von jedem Archiv gut umsetzbar sind. Weitaus schwieriger ist die Schaffung der für Fotos besonderen klimatischen Bedingungen, die in kleineren Archiven i.d.R. wahrscheinlich nicht erfüllbar sind. Auch der Konflikt zwischen Bestandserhaltung und Benutzung aufgrund der weit auseinandergehenden klimatischen Parameter im (Foto)-Magazin und Benutzersaal wurde thematisiert.

Neben den Fotos wurde von allen drei Referentinnen auch auf die Besonderheiten von Filmmaterial – und hier besonders von Nitrofilmen – eingegangen.

Ein kurzer Rundgang durch das Archivzentrum rundete das Programm ab.

Die in Auswertung des Workshops durchgeführte Online-Umfrage bei den Teilnehmern ergab eine durchweg sehr gute Einschätzung.

Die im Nachgang an die Teilnehmer auch als PDF ausgereichten Handouts mit ausführlichen Literaturhinweisen sind eine wichtige Hilfe in der täglichen Arbeit mit den Fotos, da die Zeit des Workshops aufgrund der Fülle der Fragen, die das Thema berühren, nicht ausreichte, um eine Sicherheit bei der Identifizierung der verschiedenen Verfahren zu erlangen.

Allen Beteiligten, besonders den Referentinnen aus dem Sächsischen Staatsarchiv und Herrn Dr. Huck, Leiter des Archivzentrums, sei an dieser Stelle noch einmal herzlich gedankt.

Foto: Karsten Sichel
Foto: Karsten Sichel
Foto: Karsten Sichel
Foto: Karsten Sichel

Besuch der Vorsitzenden des Landesverbandes Sachsen im VdA beim für das Archivwesen zuständigen Abteilungsleiter im Sächsischen Staatsministerium des Innern

Bericht: Grit Richter-Laugwitz

03.03.2016. Einer sächsischen Tradition folgend, traf sich die Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen im VdA, Frau Richter-Laugwitz, am 18. April 2016 mit dem im Sächsischen Staatsministerium des Innern für das Archivwesen zuständigen Abteilungsleiter 1, Herrn Schröder. An dem Gespräch nahmen auch Frau Rothenberger-Temme und Frau Birk als verantwortliche Referatsleiterin bzw. Referentin sowie Frau Dr. Wettmann, Direktorin des Sächsischen Staatsarchivs, teil.

Nach einer kurzen Vorstellung des Landesverbandes als Fachverband aller sächsischen Archivarinnen und Archivare folgte ein allgemeiner Austausch zur aktuellen Situation des Archivwesens im Freistaat Sachsen. Besonders im Fokus stand die Situation der staatlichen und der kommunalen Archive, da diese im Geltungsbereich des Sächsischen Archivgesetzes liegen. Die erste Frage von Herrn Schröder nach den aktuell größten Problemen konnte Frau Richter-Laugwitz mit dem Hinweis auf die überall stark angespannte Personalsituation klar beantworten. Angesichts der Tatsache, dass nur 43% der sächsischen Kommunalarchive fachlich besetzt sind, ist eine angemessene Personalausstattung im Sächsischen Staatsarchiv umso wichtiger, da nur so die gesetzlich verankerte Aufgabe der Archivberatung durch das Sächsische Staatsarchiv de facto auch wahrgenommen werden kann. Frau Richter-Laugwitz bat Herrn Schröder, die aktuellen Pläne des Staatsministeriums des Innern zum Stellenabbau im Sächsischen Staatsarchiv zu überdenken. 

Weitere Gesprächsinhalte waren der Sachstand zur elektronischen Archivierung im Freistaat Sachsen und Möglichkeiten zur Digitalisierung und Bestandserhaltung von Archivgut. Frau Richter-Laugwitz merkte kritisch an, dass im aktuellen Programm des Freistaates Sachsen zur Digitalisierung („Sachsen Digital“, Stand vom 26. Januar 2016)  im Bereich „Digitale Innovationskraft stärken“ ein Landesdigitalisierungsprogramm für Wissenschaft und Kultur des Freistaates Sachsen unter Federführung des Sächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst (SMWK) enthalten ist, das Mittel für eine Massendigitalisierung von Bibliotheksgut vorsieht, die Archive im Programm jedoch nicht berücksichtigt wurden. Hier wäre eine stärkere ressortübergreifende Zusammenarbeit zwischen SMWK und SMI wünschenswert mit dem Ziel, in das Landesdigitalisierungsprogramm sächsische Archive aller Sparten einzubeziehen oder ein eigenes Programm zu initialisieren. Herr Schröder sagte zu, über das zuständige Referat 15 im SMI aktive Überlegungen dazu einzuleiten und Frau Richter-Laugwitz über den weiteren Fortgang der Bemühungen zu informieren. Positiv bewertet wurde seitens des Landesverbandes und durch das Sächsische Staatsarchiv, dass das o. g. Programm vorsieht, SAX.Archiv als Plattform für das Staatsarchiv auf sachsen.de weiter auszubauen und dort sowohl umfangreiche Erschließungsinformationen als auch Digitalisate einzustellen. Über diese Plattform erfolgt für das Sächsische Staatsarchiv auch die Lieferung von Daten an das Archivportal-D.

Während die Beteiligten bei der Digitalisierung zumindest Ansätze für eine positive Entwicklung sahen, werden die Chancen für ein gemeinsames Programm zur Bestandserhaltung von gefährdetem Archivgut durch das Innenministerium eher kritisch gesehen. Seitens des Landesverbandes wurde auf die guten räumlichen und technischen Bedingungen des Archivzentrums Hubertusburg verwiesen, die – auch aufgrund der großen Personalknappheit im Sächsischen Staatsarchiv – für die sächsischen Archive nicht ausreichend genutzt werden können. Diesem Ansatz folgend wurde angeregt, das Archivzentrum auch für andere (sächsische) Archivsparten zu öffnen und dort durchzuführende Arbeiten aus einem Landesbestandserhaltungsprogramm zu finanzieren. Hierzu verwies Herr Schröder auf die fehlende Integration des Themas in den aktuellen Koalitionsvertrag und regte an, dieses Thema langfristig in die Politik, z.B. im Rahmen von Koalitionsverhandlungen, einzubringen. An dieser Stelle wurde noch einmal deutlich, wie nachteilig es für die sächsischen Archive ist, im aktuellen Vertrag keine Berücksichtigung gefunden zu haben.  

Das Gespräch verlief in einer sehr sachlichen und kooperativen Atmosphäre und alle Partner vereinbarten, sich in Zukunft wieder regelmäßiger, mindestens jedoch einmal im Jahr, zu treffen und zur aktuellen Situation auszutauschen.

Schaffung eines gemeinsamen elektronischen Archivs der Kommunen des Freistaates Sachsen – Landesverband Sachsen im VdA mit im Boot

17.09.2015. Seit einiger Zeit gibt es in Sachsen Bemühungen zur Schaffung eines gemeinsamen elektronischen Archivs für die Kommunen des Freistaates Sachsen. Dafür wurden insbesondere von der Sächsischen Anstalt für Kommunale Datendienste (SAKD) und von den kommunalen Spitzenverbänden (Sächsischer Städte- und Gemeindetag SSG und Sächsischer Landkreistag SLKT) unter Mitwirkung des Landesverbandes Sachsen im VdA umfangreiche inhaltliche Vorarbeiten vorgelegt.

Darauf aufbauend haben die kommunalen Spitzengremien im April und Mai dieses Jahres grundsätzliche Beschlüsse zum Aufbau eines gemeinsamen elektronischen Archivs für die Kommunen des Freistaates Sachsen gefasst. Der aus hochrangigen kommunalen und staatlichen Vertretern bestehende Sächsische IT-Kooperationsrat hat zudem im Mai 2015 beschlossen, zu prüfen, inwieweit die kommunale und die staatliche Seite auf dem Gebiet der elektronischen Archivierung zusammenarbeiten können. Dafür wurde eine Arbeitsgruppe „Gemeinsames elektronisches Archiv“ geschaffen, die Ende August erstmals getagt hat. Ihr gehören sowohl Vertreter der kommunalen Spitzenverbände, der SAKD und des Landesverbandes Sachsen im VdA an. Die Arbeitsgruppe wird vom Sächsischen Staatsministerium des Innern, vom Sächsischen Staatsarchiv und vom Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste beraten.

Erste Aufgabe der Arbeitsgruppe wird sein, zu prüfen, ob und wenn ja in welchem Bereich eine Kooperation mit dem Freistaat, insbesondere dem Sächsischen Staatsarchiv, möglich ist, bei dem ein elektronisches Archiv bereits seit Sommer 2014 im Echtbetrieb läuft. Dafür sollen nun juristische, archivfachliche, organisatorische, technische und wirtschaftliche Prüfkriterien genauer betrachtet und durch eine Unterarbeitsgruppe intensiv geprüft werden. An der kürzlich stattgefundenen ersten Sitzung dieser Unterarbeitsgruppe hat die Vorsitzende des Landesverband Sachsen im VdA teilgenommen, um zu beobachten, ob dabei die Interessen der sächsischen Archivarinnen und Archivare ausreichend beachtet werden.

Insgesamt kann eingeschätzt werden, dass die Schaffung eines gemeinsamen elektronischen Archivs für die Kommunen des Freistaates Sachsen nun grundsätzlich auf den Weg gebracht worden ist, die eigentliche Arbeit jedoch erst jetzt beginnt. Der Landesverband steht  den Projektverantwortlichen von SSG und SLKT dabei gern auch weiterhin beratend zur Seite.

Tagungsbericht zum 21. Sächsischen Archivtag in Chemnitz

Blick in das Foyer des Tagungsgebäudes
Foto: Steve Conrad
Livestream und Chat
Foto: Steve Conrad

Vom 26. bis 27. März fand in Chemnitz der 21. Sächsische Archivtag statt. Das Thema leutete: "Von der Glasplatte zur Festplatte - Aspekte der Fotoarchivierung".

Der Tagungsbericht steht hier zum Download bereit.